7 Jahre „Mit Vergnügen“ mit Nisse, Elif, Balbina, Judith Holofernes, Milliarden, Teesy, und und und

Bei der Playlist bin ich fast vom Bett gepurzelt, so unfassbar viele ,unfassbar schöne Menschen live on Stage und so viele von ihnen sind so tief in meinem Herz verankert……

Da muss ich die Jungs von „Mit Vergnügen“ schon vorab knutschen für diesen wundervollen Abend.

Die 19 schönsten Künstler und Künstlerinnen, einen Rapper und einen DJ (die waren aber auch beide wunderschön, vor allem wegen ihrer Zöpfe!), eingeladen von den 2 schönsten Chefs in ganz Berlin.

21 Künstler in 3h, da fragt man sich vorher schonmal wie das aussieht live on Stage. Singen alle gleichzeitig? Bekommt jeder den Slot für 1 Song oder wird vielleicht sogar doch ein Theaterstück aufgeführt – das wurde alles offen gehalten. Es sollte Variante 2 werden, jeder Act hat einen Song präsentiert, ich hätte mir gewünscht wir hätten dem Treiben noch weitere 3h zusehen dürfen.

In den Abend gestartet sind wir mit dem Frontmann der Band „ABBY“, er hat mit seiner Gitarre gefühlvoll in den Abend eingeführt. „Elif“ präsentierte mit ihrer tiefenentspannten, wunderschönen Art den Song „Umwege gehen“. „Elif“ sagte den mir bisher unbekannten Künstler „Drangsal“ an, bei dem schon sein Äußeres künstlerisch wertvoll ist. Guter Junge, mal was anderes, kann man öfter hören.

„Max Prosa“ folgte schnellen Fußes, er poesierte wie eh und je den Song „Glücklich mit nichts“.

Dann musste ich aber echt mal für kleine Tiger, soviel Aufregung geht eben irgendwann auch auf die Blase. Gekonnt schwebte ich auf meiner Wolke 7 durch den Saal bishin zum Eingang als der liebe Max den noch lieberen „Nisse“ ansagte…. Super dachte ich….schnell auf Wolke 1 springen, die hat mehr PS und ab zurück auf meinen Platz cruisen. „Nisse“ sang meinen Lieblingssong „Wie ein Mann“, wie immer gekonnt körperkontrolliert und sowieso sexy wie eh und je. Da hab ich dann schon eine kleine Fanträne verdrückt.

Jetzt war es aber Zeit wieder auf meine Wolke 7 zu steigen und kurz den Raum zu verlassen.

„Teesy“ und „Liam X“ fingen mit Verspätung an zu spielen, die hatten nämlich extra für mich so getan als wäre mit dem Keyboard was nicht ok damit ich nichts verpasse. 😉 „Teesy“ hatte nen guten Tag, der hat uns nicht nur an die Wand gerappt, der hat auch noch getanzt als gäbs keinen Morgen….Wahnsinn, Sarah ist jetzt „Teesy“-Fan!

„Femme Schmidt“ hat einen ruhigeren Ton angeschlagen, das war die Einstimmung auf „Friedrich Liechtenstein“

Dieser „Friedrich Liechtenstein“ ist ein Original, den muss man auch unbedingt mal live gesehen haben bevor man abtritt.Er erzählte uns erst die wahre Geschichte über sein Leben als „Elevator Man“ und gab dann den Song „Ride“ von „Lana del Ray“ zum Besten. Wirklich berührend, meine Begleitung schluchzte sogar kurz. Da packts dann auch mal nen echten Mann wenns so, so schön ist.

Es folgte ein Künstler namens „Dagobert“. Was der für ne Show abzieht, darauf war ich nicht gefasst. Von einer Sekunde auf die andere befand ich mich in Schlager-Heaven mit dem Typen mit gegelten Haaren und Lederstiefeln. Was für ne Show, er lief durchs Publikum, grabbelte nem Mädel aufm Kopf rum (Schlagerstyle eben), und drangsalierte die vorderen Reihen fast mit seinem Mikrofonkabel. Ich war erneut verliebt.

Der Sänger von der Band „Die Sterne“ performte „Universal Tellerwäscher“ – richtig schön zum mittanzen, es folgte „Teesy“ nochmal solo mit „Wen rufst du nachts an“ dann „Isolation Berlin“, Buddys von unserer Lisa, „Milliarden“  mit nem Song deddicated to Leadsingers Wife Anne. Der Tom von der Band „Fotos“ machte auch nochmal einen auf ruhig und dann folgte endlich meine „Balbina“, die Frau der ich stundenlang zuhören könnte. „Balbina“ spielte ihre aktuelle Single „Milchglas“ und tanzte um ihr Leben. An „Balbina“ würde auch noch der zerschundenste Mehlsack sexy aussehen.

„Balbina“ sagte ihre Freundin „Leslie Clio“ an, die ja echt tanzen kann – falls es mit der Musikkarriere nicht klappen sollte, tanzen wäre auf jeden Fall eine Option.

Geheimact Numero 1 betrat den Raum, der Mann mit den 2 Zöpfen, Mister Köpenick himself  „Romano“, da saß dann keiner mehr auf seinem Platz. Wer seine Mutter so richtig doll liebt, der schreibt ihr eben auch nen Song! Gefällt uns!

Dann kam die tolle „Dota“, auf „Dota“ folgte sexy „Judith Holofernes“, ich konnte nicht noch mehr aus dem Häuschen sein…..

Die „Mighty Oaks“ coverten von „Fleetwood Mac“ den Song „Dreams“ und ganz zum Schluss, folgte dann noch der schönste DJ,Geheimact Numero 2, nämlich „Oliver Koletzki“.

21 schöne Künstler, 2 schöne Chefs und last but not least: eine noch viel schönere Band bescherte allen einen schönen Abend, so schön konnte Depeche Mode an dem Abend garnicht peformen! Wer da lieber in die Waldbühne ist, war echt selbst Schuld…..

Die Band begleitete alle 21 Künstler über 3h, was ne Leistung. Ich habe nicht einen Fehler wahr genommen, und dann waren sie auch noch alle schön, war also nicht nur was fürs Ohr sondern auch was fürs Auge! 😉

Die After-Show-Party musste für mich leider früh enden, aber dort sichtete ich dann auch noch meinen LieblingsPrediger „Curse“.

So einen gelungenen Abend hatte ich seit Jahren nicht, und alles in einer unfassbar schönen Kulisse und so nah am Künstler, dass es fast wie ein Wohnzimmerkonzert war.

Chapeau liebes Team von „Mit Vergnügen“ – ab sofort feiert ihr jedes Jahr!

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Sarah

Konzertankündigung Kalle Mattson (Monarch) + A Tale Of Golden Keys (Kantine Berghain)

Na da hat sich Trickser Tonträger ja was was Süßes so kurz vor Weihnachten einfallen lassen:

2 Tage hintereinander Spass haben, sich beschallen lassen und in die Musiker verlieben, am 25.11. mit Kalle Mattson im Monarch und am 26.11. gehts dann frisch weiter mit A Tale Of Golden Keys in der Kantine – Da braucht man die Bierflasche zwischendurch nicht aus der Hand zu legen….

 

Aber nun der Reihe nach.

Kalle Mattson

Kalle ist ein kanadischer Musiker, der dem Folk-Genre entwachsen ist und nun die Pop-Arena sein zu Hause nennt.

Der Titelsong seiner im Oktober erschienen EP „Avalanche“ (erschienen bei der Plattenfirma Trickser Tonträger) sprüht nur so vor Energie, dass man einfach tanzen muss. 

Natürlich laden auch Songs wie „A Long Time Ago“ und „Baby Blue“ zum träumen ein, wer nicht träumen mag holt sich halt n Bier und wippt umher.

Kalle spielt am 25.11.2015 ab 21Uhr im Monarch, Skalitzer Straße 134, 10999 Berlin

Zum Facebook-Event geht hier entlang: https://www.facebook.com/events/1646981365519991/

 

A Tale Of Golden Keys

3 Jungs aus dem Umland von Nürnberg schreiben sich ihr innerstes von der Seele, helfen tut ihnen dabei die Abgeschiedenheit in ihrem Haus in Eckersmühl.

Die Band braucht nicht viel um große Stücke zu komponieren, die wenigen Stilmittel die sie einsetzen machen Songs wie „All of this“ zu etwas Besonderem, zu Musik wo man sich den Herzschmerz seiner ersten großen Liebe zurückwünscht um ihr dann dreckig ins Gesicht zu lachen. ♥

„Everything went down as planned“(erschienen bei der Plattenfirma Trickser Tonträger), ihr seit Oktober erhältliches Album, wird am 26.11. in der Kantine live vorgestellt.

Gregor hatte sich das gute Stück schon im Oktober angehört und rezensiert: http://www.berlinmittemusic.com/a-tale-of-golden-keys-everything-went-down-as-planned/

A Tale Of Golden Keys spielen am 26.11.2015 ab 21Uhr in der Kantine am Berghain, Am Wriezener Bahnhof, 10243 Berlin.

Zum Facebook-Event gehts hier entlang: https://www.facebook.com/events/1187559194602827/

 

Gewinne Gewinne Gewinne

Wir verlosen pro Konzert 2×2 Konzerttickets, schreibt uns bis zum 24.11.15 eine Mail an: tickets@berlinmittemusic.com !

Balthazar im Heimathafen, Berlin 28.4.2015

Der Heimathafen Neukölln gehört zu den am schwersten einzunehmenden Clubs Berlin. Ihn zu füllen schaffen einige Bands, ihm gerecht zu werden schon weniger, aber ihn einzunehmen? Sich diesen schönen alten Saal zu eigen zu machen? Wenige. Ich weiß von fünf Personen. Allesamt Mitglieder der belgischen Band Balthazar. Am 28. April gaben sie sich die Ehre, stellten ihr neues Album Thin Walls vor und stellten unter Beweis, wie gut es sich in ihr gesamtes Schaffen einfügt. Aber wer sind Balthazar eigentlich?

Sie treten auf wie eine kleine verschworene Bande, fünf Leute, die scheinbar nichts miteinander gemeinsam haben als, dass sie ab und zu zusammen auf eine Bühne klettern und ihre Unterschiedlichkeit in einen vielschichtigen Sound auflösen. Zwei Frontsänger mit Gitarren geben sich gegenseitig viele Freiräume zur Entfaltung. Der eine klingt mehr wie Nick Cave, der andere mehr nach Alex Turner. Alle Instrumente haben live viel mehr als auf der Platte eine Tendenz zur Übersteuerung, was besonders im Falle der bandeigenen Geige einen bemerkenswert weichen, breiten Klang erzeugt. Mechanische Instrumente mit hohlen Körpern verschmilzen mit synthetischen Klängen zu eigentümlichen Sounds. Balthazars Musik ist nun über drei Alben gereift. In ihr gehen diverse Tendenzen auf. Auf der einen Seite lässt sich ein gewisser Stoner-Einfluss schlecht absprechen, auf der anderen Seite sind da immer diese verschrobenen Rhythmen, die sie, neben der Ähnlichkeit der Stimmen, öfter mal in einem Satz mit den Arctic Monkeys erwähnt werden lassen.

Balthazar erzeugen monumentalen, melancholischen Indierock, aus dem sich, wie aus dichtem Nebel, immer wieder Melodien befreien. Dadurch liegt eine Spannung in der Musik, da Songs immer wieder in verschiedene Richtungen und Rhythmen ausbrechen können. Mal laufen sie in einen fünfstimmigen Chor, mal in laute Instrumentalparts, mal führen sie in Soloausflüge und klingen im Stillen aus. Sie liefern eindringliche, nachdenkliche, tanzbare Musik.

Und wenn die Texte teilweise in die tiefsten Trivialitäten des Lebens und der Liebe führen, so werden diese doch so eindrucksvoll besungen, dass sie ergreifen. Und nichts erscheint mehr nichtig, wenn es dir fünfstimmig und inbrünstig entgegengesungen wird und wenn es sich in einen dröhnenden Groove einfügt, der zur Bewegung zwingt. Und es ein ausverkaufter Heimathafen mitsingt. In diesen Momenten ist der Club eingenommen, der alte Saal hat einen neuen Sinn gefunden und richtet sich auf das passiv beleuchtete Balthazar-Logo aus, die vielmehr über allem zu schweben scheint, als der Stuck und die Holztribüne es je vermögen.

Die Show hinterlässt bleibenden Eindruck. Klar, die kleinen Balthazar erfahren momentan ein enormes Wachstum und sie können mittlerweile ganz andere Räume ausfüllen. Die Nummer kann überall funktionieren. Aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass es richtig war, sie sich im Heimathafen anzugucken.

 

Gregor

A Tale Of Golden Keys im Ramones Museum – 21.3.2015 – Interview + Konzert

Kalte verregnete Samstage eignen sich bestens für Besuche in Museen. Und es muss ja nicht gleich die Alte Nationalgalerie sein, vielleicht tut’s ja auch das Ramones Museum in Mitte. Immerhin läuft da immer gute Musik und es tummeln sich interessante Leute. Drei von denen, die sich am 21.3. dort einfanden, habe ich interviewt. Okay, sie waren nicht für die Ramones da und schon gar nicht wegen des Wetters, sondern für ein Konzert. Nämlich ihr eigenes: die bayerische Band A Tale of Golden Keys. Zwischen Abendessen und Soundcheck fanden Schlagzeuger Jonas, Bassist Flo und Sänger, Pianist und Gitarrist Hannes kurz Zeit für die merkwürdigen Fragen von berlinmittemusic.

ATOGK2 

Woher kennt ihr euch?

 

Flo: Jonas und ich haben vorher in einer anderen Band zusammengespielt und mit Hannes habe ich Abitur gemacht.

 

Ihr seid also zusammen aufgewachsen?

 

Hannes: Ja, im Prinzip. Wenn man es romantisieren will.

Flo: Um‘s Abi herum haben wir uns gedacht, wir machen mal zu dritt Musik. Das hat dann so gut geklappt, dass wir daraus eine Band gemacht haben. Das ist jetzt fünf Jahre her.

 

Wie seid ihr auf den Bandnamen gekommen?

 

Flo: Als Idee für einen Bandnamen stand „A Tale Of …“ in Anlehnung an „A Tale of Two Cities“ von Charles Dickins schon lange im Raum und wir haben etwas gesucht, was dahinter passt. Jonas hatte dann die Idee zu „Golden Keys“ und wir haben es zusammengefügt.

 

Es klang also einfach schön?

 

Hannes: Es klang einfach schön.

 

Und geht es um Schlüssel oder Tasten in der Geschichte?

 

Jonas: Große Frage.

Flo: Wer weiß, wer weiß?

 

Aber was habt ihr vor Augen, wenn ihr den Bandnamen lest?

 

Hannes: Schlüssel. Auf jeden Fall!

 

Also einen goldenen Schlüsselbund?

 

Hannes: Genau.

Jonas: Noch nicht einmal unbedingt goldene. Einen grauen vielleicht.

Flo: Auch ein grauer Schlüssel kann golden sein.

 

Ich finde, eure Musik klingt recht unabhängig von direkten Einflüssen großer Bands oder von irgendwelchen starren Genres. Ich nehme an, euer Sound hat sich über eine Weile entwickelt, oder? Gab es am Anfang Bands, an denen ihr euch orientiert habt?

 

Flo: Nein. Wenn dann haben andere Bands eher unterbewusst in unseren Sound hineingespielt. Das ist jetzt wahrscheinlich auch noch so.

Hannes: Als wir unsere allerersten Auftritte gespielt haben, klangen wir noch ganz anders. Da wurde immer der Muse-Vergleich gezogen, der damals vielleicht ein bisschen gepasst hat und jetzt gar nicht mehr. Es hat sich auf jeden Fall extrem viel entwickelt – natürlich nicht komplett unabhängig von irgendwelchen Einflüssen, aber die Einflüsse sind tatsächlich sehr verschieden, weil wir alle drei auch zum Teil sehr unterschiedliche Musikgeschmäcker haben.

 

Also war es letztendlich einfach die Musik die rauskam, als ihr zusammengespielt habt?

 

Hannes: Jap. Kann man so sagen.

 

Ich habe mich Folgendes gefragt: Angenommen, ich würde schreiben, ihr macht wuchtigen Postrock – könntet ihr damit leben oder würdet ihr lieber etwas anderes über euch lesen?

 

Flo: Ich könnte mir vorstellen, Postrock ist ein bisschen irreführend. Aber damit könnten wir schon auch leben.

Jonas: Wuchtig ist irgendwie witzig.

Flo: Das sollen Journalisten entscheiden!

 

Ich hatte gehofft, ihr könntet mir diese Last abnehmen. Ich habe auf jeder Seite über euch eine andere Musikrichtung gefunden.

 

Hannes: Ich glaube, wir tun uns mittlerweile gar nicht mehr so schwer damit, es einfach Pop zu nennen. Aber halt Pop im Sinne von „Melodien“ und nicht im Sinne von „läuft im Radio“. Also „Postpop“ vielleicht!

 

Ihr habt schon ein paar Sachen aufgenommen, oder?

 

Flo: Genau, zwei physische EPs (darunter „1912“) und eine digitale („Tired of me“).

 

Und eine Single („Travelling Lights“) habt ihr ja auch gerade draußen. Wie geht es weiter? Ist ein Album geplant?

 

Jonas: Ja. Wir sind im April im Studio und nehmen ein Album auf. Das wird Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres erscheinen.

 

Cool. In Nürnberg?

 

Flo: In der Nähe von Nürnberg. Ganz idyllisch auf einem Dorf.

 

Ich habe gelesen, dass ihr ein Bandhaus in Nürnberg habt. Was hat es damit auf sich?

 

Jonas: Wir kommen ja alles aus dem Nürnberger Umland und meine Oma hatte da ein Haus, das nun leerstehend ist. Und wir dürfen das als Bandproberaum benutzen.

 

Und da macht ihr Wochenendsessions?

 

Jonas: Ab und zu, ja. Wenn wir Zeit haben. Gerade ist es ein bisschen schwierig. Wir müssen uns da echt Zeit nehmen. Und dann treffen wir uns da und haben ein schönes Wochenende, können über Nacht spielen, so laut wir wollen.

 

Und glaubt ihr, ihr würdet ohne das Haus anders klingen? Prägt es euren Sound?

 

Flo: Wahrscheinlich schon, weil wir sonst nicht so proben könnten, wie wir es jetzt tun. Allein schon in der Nacht zu proben ist immer schon ein ganz anderes Feeling als am Tag zu proben.

 

Sind eure aktuellen Bandfotos auch in dem Haus entstanden?

 

Jonas: Wir haben mal Fotos da gemacht, ja.

 

Ihr seid jetzt schon eine Weile auf Tour. Und das ist eure längste Tour bisher, oder?

 

Flo: Genau, das ist die dritte Woche.

 

Könntet ihr euch an den Alltag gewöhnen?

 

Jonas: Jetzt sind wir gerade so richtig drin. Ich glaub, ich könnte mich daran gewöhnen! Nächste Woche ist es leider schon wieder vorbei.

 

Hattet ihr gute Konzerte bisher?

 

Flo: Ja, auf jeden Fall. Fast ausschließlich gute Konzerte.

 

Und irgendwelche interessanten Tourerlebnisse?

 

Hannes: Das neue für uns ist, dass es unsere erste längere Solotur ist, bei der man nicht irgendwo als Support mifährt – und dass dafür echt alles supergut war. Das hätte nicht unbedingt so sein müssen.

 

Wart ihr nervöser, weil es eine Solotour ist und es um euch geht?

 

Flo: Jein. Man macht sich schon andere Gedanken, denn die Leute zahlen deinetwegen Geld und kommen nur für dich. Das ist schon etwas anderes, als wenn du irgendwo als Support mitfährst.

Jonas: Gestern war es ganz witzig. In Bielefeld war im Anschluss an unser Konzert eine Grand-Hotel-van-Cleef-Label-Party mit DJ-Set. Und wir waren die Hauptband und allein auf der Bühne. Da waren viele Grand-Hotel-van-Cleef-Fans, die dadurch irgendwie auch Fans von uns geworden sind. Das hat uns gut gefallen.

 

Hat euch also gut aufgenommen in der Grand-Hotel-van-Cleef-Familie?

 

Jonas: Die haben uns –in Bielefeld zumindest– sehr gut aufgenommen.

 

Zum Ende hin noch eine Frage zu eurem heutigen Konzert, auf dem ich nachher auch sein werde. Angenommen, ich müsste noch überzeugt werden: Was erwartet mich?

 

Hannes: Wir wissen noch nicht genau, was dich erwartet, weil wir die Bühne und die Anlage noch nicht direkt inspizieren konnten.

Flo: Also es ist noch die Frage, ob wir wuchtigen Postrock spielen können, oder alles etwas reduzierter machen.

Jonas: Vielleicht wird das heute etwas seichter.

 

Das macht ihr also spontan?

 

Hannes: Ja genau, je nachdem, wie die Möglichkeiten halt sind.

Jonas: Wir würden dir am liebsten wuchtigen Postrock bieten.

 

Ihr müsst euch für mich nicht verstellen, ich komm eh. Aber vielleicht könnt ihr mir zum Abschluss noch kurz helfen: Eure Musik in einem Satz?

 

Hannes: Jeder sagt ein Wort, okay?

 

Okay.

 

Hannes: Melancholisch.

Jonas: Energie.

Flo: Pop.

Hannes: Melodisch, Energie, Pop. Das trifft es eigentlich wirklich am besten.

 

Vielen Dank!

ATOGK3 

Zugegeben, auf einen Muse-Vergleich wäre ich bei den 2015er-A Tale Of Golden Keys wirklich nicht gekommen. Aber beides sind Bands, die musikalisch auf Reisen zu sein scheinen. Da trifft man sich schon mal. Ich hätte trotzdem eher an Bands wie The Notwist gedacht. Aber spätestens das Konzert am Abend hat mir endgültig eingehämmert, dass man mit der Vergleichsnummer bei A Tale Of Golden Keys wirklich nicht weit kommt. Anbei ein kurzer Versuch, das Unsagbare in Worte zu fassen: Besondere Merkmale ihrer Musik sind zunächst ein gekonnter, fast folkiger mehrstimmiger Gesang, dann live das Zurückstellen von Posen und Selbstdarstellungen hinter die Essenz, nämlich den optimalen gemeinsamen Klang, und zuletzt vor allem auch ein extrem breites Spektrum sowohl an Harmonien als auch an Sounds.

 

Mit dem wuchtigen Postrock lag ich trotz alledem bei dem Konzert am Abend ziemlich weit daneben. Denn A Tale of Golden Keys machten im Ramones Museum etwas, was ironischer Weise gerade die Ramones wohl nicht hinbekommen hätten: Sie passten sich an – und spielten anstatt einer Clubshow, wenngleich im Sitzen, so doch aus dem Stand ein perfekt auf den Raum und die Atmosphäre abgestimmtes ruhiges und gefühlvolles Set, das zwei Dinge zeigte: was für verdammt gute, vielseitige Musiker sie sind, und dass man von ihnen noch eine Menge erwarten kann.

Gregor

ATOGK 1

Bilderbuch im Astra Kulturhaus, 20.03.2015

Es war legendär was dort in den Hallen des Astra Kulturhauses vor sich ging.

4 junge Boys schwitzen auf der Bühne, junge willige Mädels schrieen sich an der Absperrung die Seele aus dem Leib und Radio Eins-Hörer grölten jeden Song mit…….

Um 20Uhr sollte es losgehen, auf der aufgebauten Bühne standen 3 riesige Buchstaben. Ein „A“, ein „D“ und ein „I“…… Eine österreichische Band in Deutschland mit dem 2 Meter hohen Schriftzug „ADI“ auf der Bühne. Gewollte Provokation? Wäre jetzt nicht sonderlich ungewöhnlich für das Rehauge Maurice und Co.

Das Publikum war äußerst bunt gemischt, vor der Bühne saßen die jungen Hühner auf dem Boden und drückten sich ihre Gesichter in ihren Smartphones platt, daneben standen die älteren Herrschaften in ihren wahnsinnig teuren Wollmänteln mit Wohlstandsbrille auf der Nase.

ADI“ hat nichts mit Mr. Hitler zu tun, so sollten wir erfahren, viel mehr hieß die 1Frau-Vorband so. Eine junge, hübsche weibliche Erscheinung bestieg die Bühne und knallte einem mit dem ersten Beat fast das komplette Gehör aus dem Schädel. Auf bassigen Beats setzte sie ihre unfassbar klare und laute Stimme drauf, loopte einiges und brachte auch den ungelänkigsten Gast zum mitschwingen.

Nach einem kurzen Umbau des Bühnensets kamen ein paar Erscheinungen in der Dunkelheit die Bühne hinauf und positionierten sich hinter ihren Instrumenten. Die Musik fing an zu schallen und ein komisches Gefühl stieg in den Gästen hoch…. „Das kann doch nicht Bilderbuch sein, was ist hier los“, die Vibes im Publikum wurden unübersichtlich und da ging dann auch schon das Licht an. Noch eine Vorband, alles klar- also noch eine Weile durchhalten bis die Halbgötter aus Wien endlich zu uns sprechen um uns zu verführen.

Olympique aus Österreich zogen im ersten Moment jede Menge Argwohn auf sich, da jeder Bilderbuch erwartete. Die Stimme des Sängers erinnert unfassbar stark an „Kings of Leon„. Olympique stellten sich als „Freunde von Bilderbuch“ vor,  ihre Musik erinnerte nicht an die von ihren Buddys aus Wien, eher lag der Vergleich zum Grönemeyer auf der Hand, denn der Sänger vernuschelt die Liedtexte bis ins Unverständliche.

Seine schlaksigen Bewegungen und der Versuch sich im Beat zu bewegen war dann aber durchaus entertainend genug um noch ein wenig auszuharren bis der Grund auf die Bühne kommen sollte wegen dem sich die ganze Berliner Mischpoke versammelt hatte.

Bilderbuch ließ sein Gefolge noch einmal 30 Minuten warten, unterhalten wurden wir unter anderen mit Songs von den Sugarbabes.

Dann aber dann, dann ging es los, sexy Blondschopf Maurice und seine Wiener Boys betraten die Bühne, Maurice streckte seinen Allerwertesten ins Publikum uns sagte „Du bist hinter meinem Hintern her, du willst ihn, gibs zu!“ und man nahm ihm alles ab was er sagte. Die Selbstinszinierung sitzt bis ins letzte Augenbrauenhochziehen.

Gespielt haben sie ihr neues Album, ein paar alte Klassiker wie „Joghurt auf der Bluse“ oder „Calypso„, natürlich hauten sie uns auch „Maschin“ um die Ohren und zu „OM“ verabschiedeten sie sich.

Maurice hat es sogar unbemerkt von der Bühne runtergeschafft und tauchte in der Menge seiner Anhänger ein, badete kurz in ihnen und hinterließ ihnen seinen Schweiß als Gottesgeschenk.

Michael, der wohl erotischste Gitarrist on earth beglückte mit seinen Bewegungen, seiner Gitarre als Gliedverlängerung und so coolen Blicken, dass es nicht ein Lächeln seinerseits ins Publikum schaffte. Sein Gitarrensolo bestritt er mit der Gitarre verkehrt herum im Nacken und hüftkreisend in Richtung Publikum.

Die Beatsteaks haben es sich natürlich auch nicht nehmen lassen dem Konzert beizuwohnen, Bilderbuch waren vor kurzem erst deren Vorband.

Bilderbuch, eine Band die uns die nächsten 50 Jahre unterhalten wird, sich uns neuentdecken lässt und uns geschickt mit äußerst intelligenten Texten und unfassbar erotisierenden Riffs in den körperlichen Verfall begleiteten wird.

 

Sarah