METRYK (gerne auch suchmaschinenfeindlich „M E T R Y K“ geschrieben) kommen aus Berlin und machen eine Art synthetischen Postpop, den sie auf ihrer Debüt-EP Gold of Pleasure präsentieren. Doch wer sind sie und was machen sie da?

Mit weiblichem Gesang und versierten Instrumtalspuren haben METRYK von den Voraussetzungen her durchaus Ähnlichkeit mit CHVRCHES, denen ja hin und wieder vorgeworfen wird, ihre Songs klingen nach Disney-Jingles. Hier erschöpft sich die Ähnlichkeit bereits, denn dieser Vorwurf trifft auf METRYK in keiner Weise zu: Ihre Musik ist deutlich subtiler und fast eine entfremdete Variante des Sounds von CHVRCHES, in der Beats im Zweifelsfall vermieden oder auf das Nötigste wie den „broken beat“-Abschlag reduziert werden. Zentraler ist das Zusammenspiel eines komplexen Klangmosaiks aus effektgeladenen Synthies- und Gitarrensounds über hohlen Basstönen, durch die sich eine weiche Stimme schleicht.

Einzelne hohe Synthiepassagen oder ausklingende Gitarrenakkorde bringen eine Art Bedrücktheit in die Songs, die außergewöhnlich ist, da sie keine Schwere in die Musik legt. Durch sie dringt eine Art Tristess und Weltschmerz durch, die jede gute Zeit ungenießbar zu machen vermögen. Wie am letzten schönen Tag vor einem langen Winter: Dieses unerträglich Leichte im Sein findet einen Ausdruck. Wenn man es lässt.

Auffällig ist aber vor allem auch der abwesende, hauchige Gesang, der fast etwas nach Triphop klingt. Doch das Ganze ist kein Triphop. Auch hier fehlt die Schwere. METRYK haben damit sicher auch von Bands wie Daughter oder The XX gelernt und begeben sich damit in gute Gesellschaft. Aber sie verstoßen an vielen Stellen immer wieder die Intimität, die ihre Musik erzeugen könnte.

Oft wirkt ihre Musik statisch, robotisch, fast metrisch („metrysch“) am Reißbrett bzw. Computer entworfen und sorgfältig ausproduziert. Dennoch schaffen sie es, über die gesamte EP hinweg eine gewisse Spannung zu halten. Nur läuft diese Spannung im Gesamtkontext der Platte ins Leere, sodass sich bei allem, was sich in die Songs hineinhören lässt, nicht heraushören lässt, warum sie überhaupt geschrieben und aufgenommen wurden.

Das kann allerdings ein wertvolles Stilmittel sein und macht sie, andersherum betrachtet, ja vielleicht gerade interessant. Denn ihre Musik lässt Fragen offen und lässt einen nicht direkt wieder los. Und vielleicht ist es ja gerade diese Scheiß-drauf-Einstellung aus dem Rock, die in der Landschaft dieses experimentellen Synthpops fehlt, den sie betreiben. Auf jeden Fall macht Gold Of Pleasure Lust auf mehr und Lust auf live. Denn auch wenn bzw. gerade weil sie ihn nicht verraten möchten, klingt doch durch, dass METRYK bei dem, was sie tun, einen vielversprechenden Plan verfolgen.

 

Gregor